Sanierungsaudit einer langlaufenden Bodenluftabsaugung und Grundwassersanierung

Der Schadstoffaustrag einer jahrzehntelang betriebenen Bodenluftabsaugung blieb über viele Jahre konstant. Ein Sanierungsende war nicht prognostizierbar.
Weiterführende Erkundung mit Phytoscreening, Immissionspumpversuch und MIP-Sondierung
Dienstleister

reconsite GmbH

Auberlenstraße 13 / 70736 Fellbach
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Beschreibung

Standortbedingungen

An einem Tanklager auf einem Industriestandort wurden Mitte der 1980er Jahre eine schädliche Bodenverunreini­gung und eine Belastung des Grundwassers mit CKW und BTEX festgestellt. Vornehmlich waren Trichlorethen (TCE) und Toluol in den Boden sowie ins Schichtwasser und Grundwasser gelangt. Trichorethen ist ein Lösemittel und ein chlorierter Kohlenwasserstoff (CKW), Toluol gehört zur Stoffgruppe BTEX. CKW und BTEX sind schädlich für die Gesundheit und die Umwelt. Sie müssen daher auf ein unbedenkliches Maß aus dem Boden und dem Grundwasser entfernt werden.

Seit Ende der 1980er Jahre wurde eine Boden­luftabsaugung (BLA) und eine Grundwasserreini­gung (pump and treat) betrieben. Im Zeitraum 1997 bis 2011 wurden insgesamt mehrere Tonnen CKW und BTEX mit der Bodenluft abgesaugt. Insgesamt war der jährliche Austrag bei rund 200 Kilogramm weitestgehend konstant.  Dies war nach dem mehrjährigen Sanierungsbetrieb ungewöhnlich. Erwartbar war ein Rückgang des jährlichen Austrags an CKW und BTEX. Daher wurde seitens der zuständigen Behörde um eine weitergehende Untersuchung des Standorts ersucht, um der Ursache der erheblichen Schadstoffmengen nachzugehen.

Sanierungsaudit und weiterführende Erkundungen für ein konzeptionelles Standortmodell

Seitens der verfahrensbegleitenden Behörde wurden daher ein Sanierungsaudit der bestehenden Bodenluftabsaugung und Grundwassersicherung angeregt. Das Sanierungsaudit zeigte, dass die Sanierungsanlagen bestellungskonform betrieben wurden. Die Leistungsfähigkeit der bestehenden Anlagen wurde jedoch hinterfragt.

In den weiteren Bearbeitungen zeigte sich, dass das konzeptionelle Standortmodell aus den 1980er Jahren Verständnislücken enthielt. Diese waren großteils auf in den 1980er Jahren übliche, in den 2010er Jahren aber unzureichende, Erkundungsmethoden zurückzuführen. Nacherkundungen des CKW-BTEX-Schadens insbesondere zur Abgrenzung der Schadensquelle waren daher im Boden und im Grundwasser erforderlich.

Daher wurde ein Konzept entwickelt, bei dem konventionelle und moderne Erkundungsmethoden kombiniert wurden. Hierbei wurden Phytoscreening (Schadstoffbeprobung von Bäumen), Bodenluftabsaugversuche, Immissionspumpversuche im Grundwasser, MIP-Sondierungen sowie Boden- und Grundwasserprobenahmen miteinander kombiniert und in einem erweiterten konzeptionellen Standortmodell zusammengeführt. Hieraus wurde eine Gefährdungsabschätzung abgeleitet. Es ergaben sich zwei sanierungsbedürftige, abgrenzbare Schadensherde. Zur Gefahrenabwehr erfolgte eine Sanierungsplanung mit Variantenstudie. Dabei ergab sich, dass das bisherige Sanierungskonzept anzupassen war. Eine Verfahrensumstellung hin zu einer thermischen in-situ Sanierung mit dem THERIS-Verfahren (feste Wärmequellen) zeigte wirtschaftliche und ökologische Vorteile gegenüber einer konventionellen Bodenluftabsau­gung oder einem Bodenaustausch. Es folgte eine genehmigungsfähige Ausführungsplanung und Abstimmung der Sanierungsziele mit der verfahrensbegleitenden Behörde.

Erkundung
Erkundungs-Eigenschaften
Verfahren: Rammkernsondierung, Grundwasserprobenahme aus bestehenden Messstellen, Orientierende Untersuchung, Gefährdungsabschätzung, Phytoscreening
Auftraggeber

Vertraulich (Deutschland)

Deutschland, Europa
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